Aufgestellt, fleissig, intelligent, humorvoll, einfühlsam und voller Energie. Diese Charaktereigenschaften beschreiben die 36-jährige Melanie Karl treffend. Die Mutter von fünf Kindern (7 bis 16 Jahre) hat nach beruflichen Möglichkeiten gesucht, als ihre Beziehung in die Brüche ging.
Fürsorglichkeit als gemeinsame Basis
Durch ihre Affinität zur Pflege bewarb sie sich und konnte sogar auswählen. Das betreute Wohnen St. Johann in Hergiswil war die ideale Lösung. Melanie Karl konnte im gleichen Dorf arbeiten und wohnen. Die Kosten für den Lehrgang «Pflegehelfende SRK» wurden – bei einer Verpflichtung für zwei Jahre – vom Arbeitgeber übernommen. «Ich renne auch fünfmal, wenn es klingelt», sagt die junge Frau, die in einem Heim aufgewachsen ist. «Ich mache meine Arbeit einfach gerne, fühle mich in einem Team und in Gesellschaft sehr wohl und lebe da auf.» Im Lehrgang hat sie viele Teilnehmende aus anderen Ländern kennen gelernt. Der Fürsorgegedanke hat sie alle sofort verbunden.
Zufriedenheit «verleiht Flügel»
Mit vielen Kindern ist immer etwas los. Wie schafft die fünffache Mutter den Alltag? «Ich arbeite derzeit in einem 90%-Pensum. Alle 14 Tage sind die Kinder bei ihrem Vater, dann arbeitet sie an den Wochenenden. «Nachteinsätze liegen auch drin, denn die grossen Kinder helfen den kleinen.» Inzwischen seien die Tagesstrukturen besser, so dass die Kleineren bis um 18 Uhr im Dorf betreut sind. Je nach Einsatzplanung hat sie drei Stunden Mittagspause und kocht für die Familie. Alle helfen mit und so funktioniere es gut. Manchmal liegt auch ein Ausflug in den Europapark in Rust drin. «Wir lieben die Angebote dort. Für uns ist das eine Art ‹Wellness›. Die Kinder wissen, dass wir uns das nur leisten können, weil ich viel arbeite.» Zeit für ein Hobby hat die alleinerziehende Mutter nicht. «Ich bin dann abends schon müde, aber zufrieden mit meinem Leben.»
Sich was trauen
Im St. Johann hat über die Hälfte des Pflegeassistenzpersonals die Ausbildung «Pflegehelfende SRK» in der Tasche. Es sei ein sehr guter Einstieg in den Gesundheitssektor, findet Frau Karl. «Ich habe während meines Unterrichts erkannt, dass sehr viel Unterstützung – auch sprachlich – vom SRK geboten wird, damit möglichst viele erfolgreich abschliessen können. In meinem Lehrgang ‹Pflegehelfende SRK› haben alle erfolgreich bestanden», freut sich Melanie Karl. Man wachse an seinen Aufgaben; davon ist die Powerfrau überzeugt. Für 2025 plant sie die Erwachsenenausbildung FAGE und anschliessend das Diplom zur Pflegefachperson HF.
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