Freiwilligenarbeit

Pure Solidarität und Menschlichkeit

Warum engagieren sich Menschen in der Freiwilligenarbeit? Wenn wir nachfragen, kommt oft eine ähnliche Antwort: Es ist bereichernd und ich helfe gerne. Die Wissenschaft bestätigt die positive Wirkung dieser Aufgabe.

Freiwillige sind das Herz des Roten Kreuzes Kanton Luzern

Die Wurzeln, der Stamm und die Äste des Rotkreuz-Organisationsbaumes sind seit der Gründung im 19. Jahrhundert allesamt berührt und gestärkt vom Gedanken des freiwilligen und solidarischen Engagements. Entsprechend haben beim SRK Kanton Luzern im letzten Jahr 271 Personen ihren Mitmenschen rund 42'000 Stunden geschenkt. 

Armin ist seit Januar 2024 Freiwilliger beim Rotkreuz-Besuchsdienst. «Meine Tochter hat mich dazu inspiriert .» Armin besucht jeden Donnerstag Fritz, einen 91-jährigen ehemaligen Fotografen. «Wir reden z. B. offen über die Zeit während des Krieges und nach der Befreiung – Dinge, die ich aus der Schule kenne und jetzt 1:1 vermittelt bekomme.» Das Männer-Tandem geht gemeinsam einkaufen und macht Spaziergänge. Sie fachsimpeln mit Freude über Fotografie- und Reproduktionstechniken. «Ich empfehle Freiwilligenarbeit aus voller Überzeugung. Das Rote Kreuz arbeitet professionell. Ich bin gut eingeführt worden und nutze auch die Weiterbildungsmöglichkeiten », sagt Armin. «Diese Tätigkeit ist anregend und bereichernd. Ich erlebe Neues und spüre die Freude ‹auf der anderen Seite›.» Eigentlich sei sogar seine ganze Familie aktiv involviert. Seine Frau packe am Donnerstag oft ein Stück Kuchen für Fritz ein. Und für Fritz sei es «das Schönste in meinem Leben, wenn Armin zu mir kommt». 

Die Welt ein bisschen besser machen 

Auch Lisbeth spürt bei jedem Einsatz, dass ihre Unterstützung eine willkommene Hilfe und Entlastung für Mütter ist. Sie ist seit der Projektlancierung der Dienstleistung Familienunterstützung als Freiwillige aktiv. «Mein erster Einsatz war bei einer tamilischen Familie, die gerade Zwillinge bekommen hat», erinnert sie sich. Der Einsatz ging über 18 Monate und sie schaute, dass die Kinder gut versorgt sind, damit sich die Mutter etwas ausruhen konnte. «Eine Familie muss in einer gewissen Notlage sein, wir sind keine kostenlosen Nannys», bestätigt Lisbeth das Angebot. Wer Hilfe braucht und nicht auf Rosen gebettet ist, schätzt die Entlastung, die bis zu acht Stunden pro Monat für eine bestimmte Zeitdauer in Anspruch genommen werden kann und 16 Franken pro Einsatz kostet. «Aktuell bin ich beispielsweise zwei Nachmittage im Monat in einer Bauernfamilie, die nach zwei Kindern jetzt noch Zwillinge bekommen hat.» Die Mutter schätze es, mal richtig schlafen oder einer kleinen Besorgung nachgehen zu können. Unsere Freiwilligen bringen so etwas Licht in das Leben dieser Familien. «Das Rote Kreuz schafft schnell und unkompliziert eine Lösung. Ich erfahre beim SRK sehr viel Wertschätzung und Menschlichkeit.» Lisbeth hat neben der eigenen Familien-, Haus- und Hundebetreuung auch bezahlte Einsätze. «Beim SRK bekomme ich eine andere Form von Lohn.» Die kleine Welt, die sie vor Ort für die Menschen kurz ein wenig besser machen könne, sei wichtiger als Geld. «Ihre Dankbarkeit trifft direkt in mein Herz.» 

Wissenschaftlich erwiesen 

Was passiert, wenn wir helfen? Die Wissenschaft belegt durch diverse Studien, dass Glücksareale oder Belohnungsareale im Gehirn aktiviert werden, wenn wir anderen helfen. Wir bauen Stress und Spannungen ab – wir fühlen uns wohler. Hinzu kommt der Spiegeleffekt. Wir sehen, dass das Gegenüber glücklich ist, das wirkt ansteckend. Es geht sogar noch weiter. Durch unser Engagement verbinden wir uns nicht nur mit dem direkten Gegenüber, sondern mit allen anderen, die helfen. Diese Erfahrung macht auch Paul. Er ist seit dem 1. April 2024 für das SRK als Fahrer beim Rotkreuz-Fahrdienst unterwegs. In seiner beruflichen Laufbahn hat er viele Erfahrungen gesammelt und Kurse gemacht. Er ist mit unterschiedlichsten Menschen zusammengekommen und hat viel erlebt. Das kommt ihm auch beim Fahrdienst zugute. «Jeder Einsatz ist anders, jeder Kunde, jede Kundin hat besondere Bedürfnisse.» Warum macht ihn sein neuer Job glücklich? «Wenn ich nach meinem Einsatztag nach Hause komme, stelle ich immer fest, wie gut es uns geht. Ich sehe viele Schicksale, das schärft mein Bewusstsein.» Bei jeder Fahrt spüre er die Dankbarkeit, vielleicht nicht immer in Worten, aber in Blicken und Gesten. «Meine Aufgabe als freiwilliger Fahrer ist dankbarer als alles, was ich vorher gemacht habe», fügt er zufrieden an.

Gemeinsamkeit und Weiterbildung 

Das Rote Kreuz bekommt viel und bietet einiges. Es gibt Einführungskurse für neue Freiwillige und regelmässige Austauschtreffen in den Dienstleistungen. Die Teilnahme an diversen Weiterbildungskursen ist möglich. Einmal im Jahr trifft man sich zur Mitgliederversammlung mit Rahmenprogramm und zum Herbstevent.

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Wir sind stets auf neue Freiwillige angewiesen. 

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