Welches sind deine Hauptaufgaben?
Therese Gigon: Am intensivsten beschäftigt mich derzeit der neue Bildungsverbund. In den nächsten Monaten werden die Arbeitsprozesse und die Unterlagen harmonisiert. Hinzu kommen die Vorbereitungen zu den jährlich stattfindenden EduQua-Zertifizierungen. Dann das «business as usual», also die Analyse und Planung unserer Lehrgänge, Fachkurse und Angebote für Familien. Ich führe ein Team von 12 Mitarbeitenden und Kursleitenden. Hinzu kommen 20 externe Kursleitende. 2023 haben 2749 Personen unsere Lehrgänge und Kurse besucht.
Welchen Background hast du?
T. G.: Ich habe eine Ausbildung als Pflegefachfrau HF und im Anschluss ein Nachdiplomstudium in Onkologie gemacht. Ich war lange in der Erwachsenenbildung mit dem Berufsschwerpunkt Pflege tätig. Hinzu kam ein Studienjahr in Palliative Care. Ab Januar 2009 unterrichtete ich als Kursleiterin in verschiedenen Bildungsangeboten des SRK im Kanton Luzern. 2016 habe ich die Leitung Lehrgänge/Fachkurse übernommen und im Oktober 2020 dann die Bereichsleitung. Ich bin verheiratet und habe drei erwachsene Kinder.
Wie sieht dein Arbeitstag aus?
T. G.: Abwechslungsreich. Ich habe telefonische und schriftliche Anfragen, Besprechungen mit Mitarbeitenden, arbeite an unserer Strategie und den Angeboten, bin in Koordinationssitzungen, führe Statistiken und tausche mich regelmässig mit den anderen Bereichen aus. Ich mag diese Vielseitigkeit.
Deine grössten Herausforderungen?
T. G.: Jedes Jahr fragen wir uns: Was will der Markt? Mit unserem Programm müssen wir den Nerv der Zeit treffen. Das Thema «non-formale Erwachsenenbildung» bleibt ein Challenge. Wir haben mit dem Lehrgang «Pflegehelfende SRK» Tausenden den Einstieg in die Gesundheitsbranche geebnet. Sie sind als Assistenzpersonal unentbehrlich. Und natürlich ist e-Learning ein Umbruchthema, das intensiver auf uns zukommt.
Was freut dich besonders?
T. G.: Wir bilden neu an vier Standorten aus und beobachten, dass Kursteilnehmende sogar aus Zürich oder Graubünden zu uns kommen. Ich konnte feststellen, dass zwar das Interesse an digitalen Bildungsangeboten steigt, die Menschen den Präsenzangeboten aber immer noch den Vorzug geben. Gefreut hat mich auch, dass wir viele sogenannte Inhouse-Kurse durchführen können. Und was mich auch immer wieder aufstellt, sind Rückmeldungen von Teilnehmenden. Etwa von Personen, die keine erfolgreiche Lerngeschichte hatten und plötzlich feststellen, dass Lernen etwas Schönes ist. Wissen ist Macht, das sage ich immer wieder. Was ich weiss, bringt mich weiter und ermöglicht mir neue Wege. Deshalb ist Bildung so wichtig.
Nach 15 Jahren beim SRK Kanton Luzern müssen wir Therese ab 2025 in ihre wohlverdiente Pensionierung ziehen lassen. Sie hat den Bildungsbereich auf ein nächstes Level gebracht und massgeblich zum Erfolg beigetragen. Vielen Dank für deine Menschlichkeit und deinen unermüdlichen Einsatz, Therese!